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125 Jahre St. Salmanus Bogenschützen Gesellschaft Würselen 1889 e.V.
Chronik des Vereins Gründung und Geschichte Dobach und Drisch Die Würselener Salmanus Schützenbruderschaft ist im Ortsteil Dobach gegründet worden und ist dann nach Drisch gezogen. Die beiden Ortsteile Dobach und Drisch standen daher im Mittelpunkt der Vereinsgeschichte. Deshalb soll ein kurzer Blick auf diese Ortsteile geworfen werden, die zur Zeit der Gründung kleine Wohnplätze waren. Es wird gemutmaßt, dass der Begriff Dobach eine Zusammensetzung von „Bach“ (Gewässer) und „tief“ (Wortstamm Do) war. Obwohl heute ein Bach nicht mehr zu finden ist, waren in der Frühzeit wohl Gewässer und Bachläufe vorhanden. Daran erinnert beispielsweise auch der Straßenname „Flußweg“. Bekannt wurde Dobach aber durch eine Zollstelle, die sich an der Kreuzung Dobacher-/Salmanusstraße befunden haben muss. Dort verlief die frühere Hauptstraße von Aachen über Haaren, den Alten Kaninsberg, den Grünen Weg in Richtung Linden und Neusen. Nach den derzeitig bekannten Quellen gab es 1359 erstmals eine urkundliche Erwähnung von Drisch, damals „Dreysch“ genannt. Dobach und Dommerswinkel, wo der erste Schießplatz lag, wurden sogar rund hundert Jahre früher erwähnt, nämlich 1241 (Dobach) und 1256 (Dommerswinkel). Die Bezeichnung „Driesch“, wie der Wohnplatz lange Zeit hieß, verwendete man für minderwertiges Ackerland, das einige Jahre beackert wurde, dann aber, da der Boden sich erholen musste, brach liegen blieb, sich dann selbst begrünte und dann eine Zeit als Viehweide genutzt wurde. So wird es in dem Wörterbuch von Johann Christoph Adelung aus dem Jahr 1811 erläutert: „Driesch, adj. et adv. ein eigentliches Niedersächsisches Wort, welches eigentlich ungepflügt, brach, bedeutet. Ein Feld driesch liegen lassen, brach. Daher drieschen, einen Brachacker zum ersten Mahle pflügen, brachen, welches auch wendeldrieschen genannt wird. Der Drieschhafer, welcher in ein neu gebrochenes und nur Ein Mahl gepflügtes Grasland gesäet wird.“ Lange Zeit gehörte Drisch zum Weidener Quartier, wie auch Lümeth, Dobach und Dommerswinkel. 1803 wurde Drisch Würselen zugeordnet, Dobach und Dommerswinkel verblieben bei Weiden und der Grüne Weg/die Salmausstraße war die Straße, die Würselen und Weiden trennte. Die zunächst eher landwirtschaftliche Struktur dieser Wohnplätze erhielt im Laufe des 19. Jahrhundert eine industrielle Ergänzung, als die Gebrüder Peter Josef und Gerhard Josef Queck 1871 in einem kleinen Handwerksbetrieb an der Sebastianusstraße mit einer Nadelfabrikation begannen. Die dort gefertigten Handnähnadeln wurden bald in ganz Deutschland ausgeliefert und in den Jahren 1873/74 wurde in der Drischer Straße eine neue Fabrik gebaut. Durch die Umstellung auf Dampfmaschinenantrieb und die zusätzliche Herstellung von Maschinennadeln wurde der Betrieb immer größer, die Nadeln wurden europaweit und sogar nach Übersee verkauft. Bis zu 120 Menschen fanden dort am Anfang des 20. Jahrhunderts Arbeit, auf dem Geschäftsbogen von 1907 sind sogar „180 Arbeiter“ genannt. In Drisch gab es 1885 274 Einwohner, in Dobach waren es 78. Zehn Jahre später wurden in Dobach 98 und in Drisch 352 Einwohner gezählt. Schützenleben um 1889 Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gründeten sich mit der zunehmenden Einwohnerzahl zu den bestehenden Schützenvereinen vier neue Gesellschaften, die St. Hubertus Schützen-Gilde Würselen-Morsbach im Jahr 1879, die St. Sebastianus Bogenschützen-Gesellschaft Würselen-Schweilbach ein Jahr später 1880, dann die Salmanus Bogenschützen 1889 und dann noch die St. Hubertus-Schützengesellschaft Würselen-Scherberg 1894. Die neue „Konkurrenz“ veranlasste die St. Sebastianus Schützengesellschaft zu einer Änderung ihrer Statuten: „Den aktiven Mitgliedern der St. Sebastiani Schützengesellschaft ist nicht gestattet, sich als aktives Mitglied einer anderen Schützengesellschaft der hiesigen Gemeinde anzuschließen. In einem solchen Falle wäre das Mitglied sofort als aus der St. Sebastiani Schützengesellschaft ausgetreten zu betrachten.“ Und wirklich: Nach Änderung des Statuts traten 8 Schützen aus der Gesellschaft aus. War dabei auch der eine oder andere Schütze, der sich den Salmanus Bogenschützen zugewandt hatte? Die Zeit von der Gründung 1889 bis zur Unterbrechung im 2. Weltkrieg Die Geschichte der St. Salmanus Bogenschützen Würselen ist in der Gründungszeit nur bruchstückhaft dokumentiert. Im 2. Weltkrieg, der Würselen stark zerstörte, sind wertvolle Dokumente verloren gegangen. Glücklicherweise konnte nach diesem Krieg, als die Schützen sich 1949 zusammensetzten, vieles aus Erinnerungen und mündlichen Überlieferungen aufgeschrieben werden. So wissen wir, dass sich 1889 in Dobach einige Männer des Dorfes im Restaurant Graf, Dobach 34, zusammenfanden, um eine Schützengesellschaft ins Leben zu rufen. In der Festschrift aus dem Jahre 1952 heißt es zu den Anfängen: „Wer die treibende Kraft war, weiß man nicht mehr. Fest steht, dass Josef Bülles aus Dobach der erste Vorsitzende des Vereins war und ihn etwa drei Jahre führte. Dann trat an seine Stelle der Gastwirt Andreas Graf aus Dobach, in dessen Lokal der Verein sich versammelte. Er hat bis 1897 die Geschicke des Vereins geführt. Man wird nicht fehlgehen, wenn man in Bülles und Graf wohl die Initiatoren und die Motore vermutet, die dem jungen Verein immer wieder Antrieb gaben, dass er bald über die Gründerjahre hinauskam und zu einem festgefügten Ganzen wurde. Daß der Verein in der Bevölkerung Anklang fand, geht daraus hervor, daß er bald 30 Mitglieder zählte. Für das kleine Dorf eine stattliche Zahl“ Abbildung 8 „Deutsches Eck“ hieß die Schenkwirtschaft von Andreas Graf an der Kreuzung Dobacher-/Salmanusstraße. Dort wurden die St. Salmanus-Bogenschützen gegründet. Geschossen wurde anfangs auf der Schützenwiese in Dommerswinkel, etwa dort, wo heute die Tennisplätze von Blau Gold Weiden liegen und wo seit 1872 auch die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Weiden eine Zeit lang ihren König ermittelte. Die „Heimat“-Pfarre der St. Salmanus Bogenschützen war zunächst St. Lucia. Die Dobacher Schützen waren auch dem Bogen-Schützenbund für Stadt- und Landkreis Aachen angeschlossen, schienen also gut vernetzt zu sein mit den anderen Bogenschützen der Region. Im Adressbuch von 1904 ist festgehalten, dass A. Dovermann aus Dobach Kassierer bei diesem Verband war. Vorsitzender der Salmanus Bogenschützen war zu dieser Zeit der Lokomotivheizer Albert Dovermann, der dann wohl auch in die Verbandsspitze gewählt wurde. Abbildung 9 Auszug aus dem Adressbuch 1904 für Aachen und Umgebung: A. Dovermann von den Dobacher Schützen ist Kassierer beim regionalen Schützenbund. Für die Zeit vor dem 1. Weltkrieg und zwischen den beiden Kriegen liegen nur spärliche Informationen vor. In der bereits erwähnten Festschrift 1952 wurde notiert: „Bis 1912 war Albert Dovermann Vorsitzender der Bruderschaft. Von 1917 bis 1920 Jakob Kremer, von 1920 bis 1948 Adam Dovermann, mit dessen Namen die Bruderschaft eng verbunden ist.“ Unter seiner Regie wechselte der Verein 1923 zur Pfarre St. Sebastian. In St. Lucia war zuletzt Pfar rer Dr. Bernhard B ergervoort der Präses der Gesellschaft, der 1921 als Pfarrer in Weiden eingeführt wurde. Auf dem Foto zum 40-Jährigen Bestehen ist dann Kaplan Heinrich Lüpschen abgebildet, der Kaplan in St. Sebastian war. Abbildung 10 1929 feierten die Salmanus Schützen das 40-jährige Bestehen. links Hauptmann Wilhelm Lynen, Mitte König Nikolaus Schäfer, links davon Kaplan Heinrich Lüpschen, rechts davon Bürgermeister Dr. H. Maciewski, vorne links sitzend A. Dovermann. Die übrigen Personen gehören überwiegend dem Festausschuss und der Feuerwehrkapelle an. In der Nazizeit nach 1933 wurden die Vereine in unserer Stadt „gleichgeschaltet“, sie sollten sich von den kirchlichen Verbänden lösen und einem neuen Dachverband beitreten. Aus dieser Zeit sind noch Erinnerungen überliefert: „Jede Gesellschaft mußte dann noch eine Kleinkalibergruppe einrichten. Das Schießen mit Pfeil und Bogen wurde unseren Schützen noch gnädigst gestattet. Häufig kam es im Vereinslokal zu Reibereien zwischen Schützen und Parteigenossen. Im Vereinslokal hing ein Bild des 40-jährigen Stiftungsfestes. Auf diesem Bild waren auch Geistliche dargestellt. Eines Abends betraten verschiedenen Größen der damaligen Zeit das Lokal und versuchten, mit den anwesenden Schützen Händel anzufangen. Das Bild wollte man vernichten. Mit der Schnelligkeit der Schützen hatte man nicht gerechnet, die noch rechtzeitg hinzusprangen und das Bild in Sicherheit brachten. Eines Abends hatte man auf der Vogelstange eine Hakenkreuzfahne gehisst. Als die Schützen das sahen, holten sie die Fahne herunter und verbrannten sie. Ein emsiges Forschen nach dem Verbleib der Fahne setzte ein. Da alle dicht hielten, konnten die ‚Übeltäter‘ nicht festgestellt werden. Aus Rache schnitt man dann den Schützen die Vogelstange ab.“ Der Krieg unterbrach das Leben der Vereine und Schützengesellschaften. Viele Vereinsmitglieder mussten an die Front. Die Vereinsfahne hatte man rechtzeitig in die Kirche gebracht, wo sie bis nach dem Kriege blieb. Sie stammt aus der Gründerzeit und ziert heute eine Wand des Vereinsheimes der Schützen. Erste Versammlung – erster König nach dem Krieg Der Krieg hatte Würselen verwüstet. Die Stadt war zu fast 80 % zerstört, große Teile der Bevölkerung waren aus der Stadt geflohen. Die Menschen, die in die Heimat zurückkamen, fanden zunächst nur zerstörte Häuser und Wohnungen, es gab anfangs auch weder Strom noch Wasser. An ein Vereinsleben war nicht zu denken, erst mussten die Grundlagen für ein einigermaßen normales Alltagsleben geschaffen werden. Erst 1949, also 60 Jahre nach der Gründung, trafen sich die Schützenbrüder Adam Dovermann, Friedrich Kremer, Josef Breuer und Hubert Hermanns, um die Schützenbruderschaft wieder neu zu beleben. So fand am 2. Oktober 1949 die Gründungsversammlung statt, auf der ein neuer Vorstand gewählt wurde: 1. Vorsitzender wurde Friedrich Kremer, 1. Geschäftsführer Hubert Hermanns und 1. Kassierer Josef Breuer. Adam Dovermann, der Mann, der die Schützen fast 30 Jahre geführt hatte, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Jetzt konnte man sich um den Neustart kümmern. Dazu musste eine Schützenwiese gefunden werden, auch eine Stange für den Schießsport musste beschafft werden. Fündig wurde man in der Oststraße (heute Drischfeld) auf dem Gelände des heutigen Sportplatzes des VfR Würselen. Als Vereinslokal wählte man die Gaststätte Kahlen auf dem Salmanusplatz. Noch im Monat der ersten Versammlung folgte am 30.10.1949 der erste Vogelschuss nach dem Krieg. Es gab nur eine Armbrust, die der Vorsitzende Friedrich Kremer bereitstellte. Immerhin reichten die Einnahmen und Spenden dieses ersten öffentlichen Auftretens zum Kauf von zwei weiteren Armbrüsten. Der Verein war zu diesem Zeitpunkt wieder auf 18 aktive und 73 inaktive Mitglieder gewachsen. Die guten Kontakte zum Kreuzverein Drisch führten dazu, dass der erste Königsvogelschuss am 3.6.1950 zusammen mit einem Sommerfest veranstaltet wurde. Jakob Kremer hieß der erste König nach der Unterbrechung durch den Krieg. Kreuzanlage Salmanusplatz Abbildung 11 Kreuzgruppe auf dem Salmanusplatz um die Jahrhundertwende (1900). Die Schützen haben mit dem Kreuverein eine enge Verbindung. Bereits im 19. Jahrhundert schmückte den Salmanusplatz eine Kreuzanlage. Die erste Fotografie des Kreuzes stammt aus dem Jahre 1898. Die Anlage ist aber sicherlich älter, was heute nicht mehr eindeutig nachzuweisen ist. Zur Er- und Unterhaltung dieser von den Drischer Einwohnern geliebten Anlage wurde bereits 1910 ein „Kreuzverschönerungs- verein“ gegründet. Durch die unselige Machtübernahme der National-sozialisten musste die Kreuzanlage 1943 weichen und einem Löschteich Platz machen. Bereits 1949/50, also kurz nach dem 2. Weltkrieg, erhielt die Drisch wieder ihre geliebte Kreuzanlage. Ein hölzernes Kreuz nebst Holzkorpus stand auf einem aus schwerem Bruchstein gemauerten Altar. 1971 wurde dann der Salmanusplatz neu gestaltet (Der Steinbelag ist heute noch vorhanden!). Das Kreuz hatte nach gut 20 Jahren das Zeitliche gesegnet und konnte nicht mehr erhalten werden. Auf einem Waschbetonsockel eine Modeerscheinung zum damaligen Zeitpunkt – wurde ein hölzernes Hochkreuz ohne Korpus errichtet. Aber auch dieses Kreuz musste nach knapp 15 Jahren den hiesigen Wetterverhältnissen Tribut zollen. Es war einfach verrottet. Doch die Bewohner der Drisch waren jetzt richtig umtriebig und ermöglichten durch eine Haussammlung den Erwerb eines aus Blaustein bestehenden Kreuzes, das einfach auf den Waschbetonsockel aufgesetzt wurde. Der damalige Pastor der hiesigen Pfarrgemeinde St. Sebastian, Pastor Oberbandscheidt, schenkte dem Kreuzverein einen gusseisernen Korpus. Dieser stammte von einem Kreuz, welches vormals die Ruhestätte des allseits bekannten Dechant Goergen schmückte. So hatte die Drisch 1985 wieder eine vorzeigbare Kreuzanlage. Am Ende des Jahres 1999 konstituierte sich der Kreuzverein neu. Neben der dauernden Unterhaltung des Kreuzes fasste man im Verein ins Auge, die Anlage zu verschönern. Durch zahlreiche Mitglieder und deren Beiträge war es bereits 2005 so weit: Ein Umbau und eine damit einhergehende Verschönerung der Kreuzanlage konnte in Angriff genommen werden. Der Waschbeton wurde entfernt und durch eine Altaranlage in belgischem Granit ersetzt. Der Altarvorplatz wurde aufwendig mit Blausteinplatten belegt. Eine prächtige Kreuzanlage ist entstanden, die bis zum heutigen Tage ein Juwel für den Ortsteil Drisch ist. Die 1950er Jahre Die Schützen mussten 1950 aber einen unerwarteten Rückschlag hinnehmen. In der Oststraße sollte auf der Schützenwiese ein Fußballplatz geschaffen werden und die Schützen wechselten auf eine Wiese neben der Nadelfabrik Queck an der Drischerstraße. Vereinslokal wurde wieder die Gaststätte Berks, wo man bereits früher „zuhause“ war. Abbildung 12 So sah die Gaststätte Berks früher aus, die 1950 Vereinslokal der Salmanus Bogenschützen wurde. Bereits am 5.8.1950 konnte man auf der neuen Schützenwiese ein Eröffnungsschießen durchführen. In der Festschrift zum 100-Jährigen Bestehen 1989 ist diese erste Zeit mit viel Lokalkolorit festgehalten: „Das Schlussschießen 1950 wurde auf den 8.10. angesetzt. Dies ist insofern erwähnenswert, als die Preise zu dieser Zeit erheblich anders aussahen als heute. So wurden auf den Vogel folgende Preise ausgeschossen: linker Flügel: 1 Flasche Schnaps, rechter Flügel: 1 Wurst, Kopf: 1 Schweinssülze und der Rumpf: 1 Waschstuhl. Beim anschließenden Klappenschießen wurde folgende 5 Preise ausgesetzt: 1. Preis: 1 Wandkaffeemühle, 2. Preis: 1 Flasche Schnaps, 3. Preis: 1 Brotschale, 5. Preis: 1 Pfeife mit Tabak. Für die Gesellschaft wurden in dieser Zeit viele kameradschaftliche Zusammenkünfte veranstaltet, bei denen der Kreuzverein selten fehlte. 1951 schlossen sich schon einige Schützenvereine zusammen, um die Kameradschaft auch nach außen zu tragen und Schießwettbewerbe durchzuführen. Die Salmanus-Schützen trugen auch hier zum Gelingen bei. So mancher errungene Preis wurde im Vereinslokal aufbewahrt und zeugte vom Erfolg des bestehenden Vereins. Ende 1952 wurde wieder einmal das Vereinslokal gewechselt, die Schützen zogen nun in das Lokal Houben. Die Satzungen bestimmten einen festen jährlichen Ablauf des Vereinsgeschehens, so auch das alljährliche Königsschießen. Ein regelmäßiges Vergleichsschießen mit den Schweilbacher Schützen war ebenfalls Bestandteil des Vereinslebens. 1952 musste die nun schon um 3 Jahre verspätete 60-Jahr- Feier nachgeholt werden. Die Feierlichkeiten waren vom 5. bis einschl. 7. Juli vorgesehen. Trotz vieler Mühen war es den Schützen nicht vergönnt, ein einträgliches Fest zu feiern. Der Wettergott spielte diesmal nicht mit und ließ es unaufhörlich regnen.“ Abbildung 13 Die Salmanus Bogenschützen im Jahr 1952. Da man den Verein neu aufbauen musste, feierte man das 60-Jährige Jubiläum erst 1952. 2. v. l. sieht man den Ehrenvorsitzenden Adam Dovermann, in der Mitte (mit Bart) Heinrich Schöner, einen der Mitbegründer des Vereins. 7. v. r. ist der Vorsitzende Friedrich Kremer. Friedrich Kremer blieb bis zum März Vorsitzender, musste dann aber aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Neuer Vorsitzender wurde Hubert Herrmanns, der den „Verein weit über die Grenzen der Stadt Würselen bekannt“ machte, wie es in der alten Festschrift heißt. Ein toller Erfolg wurde 1956 erzielt. Am 26. August wurde Theo Hermanns in Aachen-Burtscheid Bundeskönig. Das wurde im Kank mit einem Bundeskönigsball am 29.9.1956 gefeiert, der von vielen Vereinen und Vertretern des öffentlichen Lebens besucht war. Im selben Jahr wurde die über 60 Jahre alte Tradtitionsfahne restauriert. Von der Gaststätte Houben wechselte man erneut in den Salmanushof. 1957, ein Jahr später, wurde ein grenzüberschreitender Verband der Armbrustschützen gegründet, dem zunächst 13 Vereine aus Belgien, den Niederlanden sowie der Stadt und dem Kreis Aa chen angehörten. Zwar sind nicht mehr alle Vereine dabei, aber der Verband besteht weiter fort als "Internationale Vereinigung der Bogenschützen Holland und Deutschland". Es ist eine festgefügte, völkerverbindende Gemeinschaft unserer Grenzregion, die vorbildlich und wertvoll ist. U.a. wird jedes Jahr ein Grenzlandkönig unter den einzelnen Königen der Vereine ermittelt. Friedrich Kremer blieb bis zum März Vorsitzender, musste dann aber aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Neuer Vorsitzender wurde Hubert Herrmanns, der den „Verein weit über die Grenzen der Stadt Würselen bekannt“ machte, wie es in der alten Festschrift heißt. Ein toller Erfolg wurde 1956 erzielt. Am 26. August wurde Theo Hermanns in Aachen-Burtscheid Bundeskönig. Das wurde im Kank mit einem Bundeskönigsball am 29.9.1956 gefeiert, der von vielen Vereinen und Vertretern des öffentlichen Lebens besucht war. Im selben Jahr wurde die über 60 Jahre alte Tradtitionsfahne restauriert. Von der Gaststätte Houben wechselte man erneut in den Salmanushof. 1957, ein Jahr später, wurde ein grenzüberschreitender Verband der Armbrustschützen gegründet, dem zunächst 13 Vereine aus Belgien, den Niederlanden sowie der Stadt und dem Kreis Aa chen angehörten. Zwar sind nicht mehr alle Vereine dabei, aber der Verband besteht weiter fort als "Internationale Vereinigung der Bogenschützen Holland und Deutschland". Es ist eine festgefügte, völkerverbindende Gemeinschaft unserer Grenzregion, die vorbildlich und wertvoll ist. U.a. wird jedes Jahr ein Grenzlandkönig unter den einzelnen Königen der Vereine ermittelt. Anfang 1958 mussten die Schützen erneut eine neue Schützenwiese suchen. Diesmal zog der Verein auf ein Grundstück an der Krottstraße. Die alte Vogelstange aus Holz musste weiter ihren Dienst tun, weil der Verein eine neue Investition noch nicht tragen konnte. Die 1960er Jahre In den 60er Jahren gab es eine Reihe von Neuerungen. Um die wertvolle alte Traditionsfahne zu schonen, beschloss man, eine neue Vereinsfahne anzuschaffen. Das übernahmen die Schützenfrauen, die eine Sammlung veranlassten, und nach etwa einem Jahr war die nötige Summe zusammengekommen. Sie konnten dem Verein die neue Fahne zum Patronatsfest am 1. Sonntag im Mai 1961 überreichen, so dass der Präses Dechant Goergens sie an diesem Festtag weihen konnte. Abbildung 14 Die neue Fahne wird gezeigt. Klaus Pütz hält die alte Fahne, neben der links Peter Hermanns steht. Die neue Fahne präsentieren Anton Hermanns und Willi Braun (rechts). Das Werben um junge Mitglieder hatte Erfolg. 1963 wurde erstmals ein Prinzenschießen durchgeführt, das Peter Hermanns für sich entscheiden konnte. Er wurde der erste Prinz der St. Salmanus-Bogenschützen. Im Jahre 1964 feierten die Schützen ihr 75-Jähriges Bestehen. Die Kassenlage ließ eine Feier in einem Festzelt nicht zu, aber dennoch wurde ein schönes Fest gefeiert. Man traf sich zum Ehrenabend und zum Dorfabend im Jugendheim St. Sebastian. Aus Anlass dieses Festes wurden die Salmanus-Schützen Mitglied im Deutschen Historischen Schützenbund. Abbildung 15 Die Salmanus Bogenschützen 1964 - im Jahr des 75-Jährigen Bestehens. Auf dem Bild zu sehen u.a. der Schützenkönig aus 1963 Laurenz Funken, der Hauptmann Lambert Funken (stehend links hinter Laurenz Funken, der Vorsitzende Hubert Hermanns und der spätere Schützenkönig im „Jubiläumsjahr“ Johann Ophoven (sitzend links neben dem Schützendkönig). Abbildung 16 Der älteste Schütze, der 80-Jährige Johann Ophoven wurde 1964 Schützenkönig, also im Jahr des 75-jährigen Bestehens. Es gratulierte das Ehrenmitglied Nikolaus Plum. 1965 wurde dann nach vielen Diskussionen beschlossen, für jeden Schützen einen Uniform-Rock zu stellen. Den Schützenhut und die schwarze Hose musste jeder selbst erwerben. Da die Kasse den Betrag nicht hergab, musste erneut gesammelt werden, und wie bei der neuen Fahne halfen die Schützenfrauen mit, die Summe bei Inaktiven, Freunden und Förderern einzuwerben. Der Verein präsentierte sich nun in grüner und schwarzer Farbe der Öffentlichkeit. Bei einem orkanartigen Sturm im Oktober 1967 brach die Schützenstange auseinander, so dass der Verein erneut vor ein großes finanzielles Problem gestellt war. Da das Schießjahr vorbei war, hatte man Zeit, auch diese Herausforderung zu meistern. Die Mitglieder gingen mit einer Spendenliste von Tür zu Tür, so konnte zumindest ein Unterbau aus Eisen geplant werden. Die Stadt Würselen erlaubte den Schützen, im stadteigenen Forst einen Baum zu schlagen, aus dem eine Vogelstange gefertigt wurde, die später durch einen Eisenmast ersetzt wurde. Zum 80-Jährigen Bestehen der St. Salmanus-Bogenschützen stiftete der damalige Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger auf Antrag eine Plakette. Diese Plakette wurde als Wanderplakette über mehrere Jahre ausgeschossen und ziert heute die Schützenwand im Vereinsheim. Die Feierlichkeiten zu diesem Fest fanden bei denkbar schlechtem Wetter statt. Die 1970er Jahre Eine weitere Investition konnte gemeistert werden. Die Schützen bauten sich einen festen Geräteraum. 1971 war der Jubel besonders groß. Der Vorsitzende Hubert Hermanns, der 1926 Salmanus-Schütze geworden war, errang nach 45 Jahren erstmals die Würde des Schützenkönigs. Wenig später, 1974, gab Hubert Hermanns dann das Amt des Vorsitzenden in neue Hände. Der Verein zeichnete ihn besonders aus und ernannte ihn zum Ehrenpräsidenten. Abbildung 17 Von links nach rechts: Günther Kroll, Hubert Hermanns, Jakob Baumann und Peter Grafen, Jungenspielteilnahme 1971 Gewählt wurde Günter Kroll. Mit dem jungen neuen Vorsitzenden kamen auch neue Schützen zum Verein, der sich bei einer Mitgliederzahl von etwa 25 „einpendelte“. Auch öffnete man sich stärker der Bevölkerung und führte 1977 das „Volkskönigsschießen“ ein. Der Erfolg sprach für sich, als 32 Teilnehmer die Möglichkeit nutzten, mit der Armbrust zu schießen. Bis heute gehört das Volkskönigsschießen zu den Vereinsangeboten, die rege genutzt werden. Aus persönlichen Gründen musste Günter Kroll 1977 sein Amt in neue Hände gegen, sein Nachfolger wurde Alo Baumann. Nach der Bundeskanzlerplakette stiftete Bundesinnenminister Maihöfer einen Zinnteller als neuen Wanderpreis. Die Schützen konnten eine Reihe von Erfolgen erzielen. 1978 und 1979 wurden erst Alo Baumann und dann Lambert Hackhausen Grenzlandkönige, außerdem konnte die Salmanusschützen 1978 erstmals die Stadtmeisterschaft für sich entscheiden, die von den Schützen aus Schweilbach, Bardenberg und Drisch ausgeschossen wird. Vom 25. bis zum 27. Mai stand dann auf der Schützenwiese das Festzelt, in dem man das 90-Jährige Bestehen feiern konnte. Die Schirmherren Bürgermeister Willi Gülpen und Stadtdirektor Albert Cramer überreichten eine neue Armbrust, und sonntags feierte man im Zelt eine Messe. Abbildung 18 Sie konnten 1979 das 90-Jährige Jubiläum feiern: Die aktiven Schützen der Salmanus Bogenschützen auf der Schützenwiese an der Krottstraße. Die 1980er Jahre Man kann mit Fug und Recht sagen, dass die Salmanus Bogenschützen in ihrer Vereinsgeschichte mehr Probleme meistern mussten als manch anderer Verein. Als 1980 vom Eigentümer ein Teil der Schützenwiese verkauft wurde und dort ein Neubau entstehen sollte, mussten die Schützen sich eine vierte Heimat nach dem Neubeginn 1949 suchen. Horst Schütze war 1980 Vorsizender geworden, und auch beim Präses gab es einen Wechsel. Man begrüßte den neuen Pastor Hans Landen, weil Pastor Oberbandscheidt sich von Würselen verabschiedete. Auch die Schützenuniformen hatten ihre Einheitlichkeit verloren, weil neue Uniformjacken in Farbe und Stoff unterschiedlich waren, so dass man zu Beginn des Jahres 1980 eine komplett neue Uniform anschaffte, diesmal mit Jacke, Hose und Schützenhut. Der Verein ließ sich 1984 ins Vereinsregister eintragen und erhielt die Gemeinnützigkeit. Noch zweimal gab es einen Wechsel an der Vereinsspitze. Horst Schütze kandidierte aus persönlichen Gründen 1986 nicht erneut, sein Nachfolger wurde Wilfried Prümm als bis dahin jüngster Vorsitzender des Verein. Der wiederum musste ein Jahr später der Beruf erforderte diese Entscheidung das Amt weitergeben an Heinz Widemeyer. Jahrelang hatte man vergeblich nach einer neuen Schützenwiese Ausschau gehalten, die Zeit wurde knapp. Mit dem Bau auf dem Grundstück war im Frühjahr 1987 begonnen worden, es war gerade noch möglich, einen beengten Schießbetrieb durchzuführen. Im Herbst 1987 konnte der Verein dann einen Teil des damals ungenutzten Geländes am Güterbahnhof pachten, und mit Hilfe der Stadt und großer Einsatzbereitschaft der Schützen konnte es tatsächlich geschafft werden, bis zum Mai 1988 aus der ehemaligen Wildnis eine vorzeigenswerte Hocharmbrustschießanlage zu errichten, wie es die Festschrift 1989 festhielt. Abbildung 19 Die neue Schützenwiese in ihrem Urzustand. Nach der Einsegnung durch Pastor Landen konnt 1988 der Schießbetrieb dort aufgenommen werden, wo die Schützen inzwischen 25 Jahre „zuhause“ sind. 1989 wurde dort noch eine Kreuzanlage errichtet, und inzwischen bietet ein Vereinsheim die Möglichkeit zu einem regen Vereinsleben. So konnte man nach diesem aufregenden Jahrzehnt voller Veränderungen und Herausforderungen das 100-Jährige Bestehen des Vereins feiern. In der Chronik ist festgehalten: 100 Jahre St. Salmanus Bogenschützen-Gesellschaft, eine sehr lange Zeit. Vom 11.08.89 bis 13.08.89 wurde das 100-Jährige Bestehen des Vereins in einem Festzelt, das sich in der Nähe des neuen Schießstandes befand, gefeiert. An diesem Fest nahmen 17 Bogenschützengesellschaften aus Holland, Belgien und dem Kreis Aachen teil. Beim großen Festzug nahm auch erstmals das Markt Precketer Jungenspiel teil. Diese freundschaftliche Beziehung, die auch heute noch besteht, verdanken wir dem damaligen Vorsitzenden des Jungenspiels Markt-Preck, Herrn Willi Kriescher sowie Herrn Hubert Maaßen. Wenn man bedenkt, dass unsere Jubiläumsfeierlichkeiten zum größten Teil aus eigenen Kräften auf die Beine gestellt worden war und eine Handvoll Schützen ohne diesbezügliche Erfahrung das Fest fast reibungslos über die Bühne gebracht haben, so können wir stolz auf 100 Jahre St. Salmanus Schützenbruderschaft zurückblicken und voller Optimismus in die Zukunft sehen. Die Gesellschaft zählte zu diesem Zeitpunkt 18 aktive Mitglieder. Bei den anstehenden Neuwahlen im Januar 1990 wurde Horst Schütze wieder als 1. Vorsitzender gewählt. Er bedankte sich bei dem gesamten Vorstand des Vorjahres für die geleistete Arbeit beim 100-Jährigen Jubiläumsfest. Abbildung 21 Die Salmanus Bogenschützen bei ihrem 100-Jährigen Jubiläum Die Jahre 1989 - 2014 Die neue Schützenwiese am Güterbahnhof wurde von den Schützen gut angenommen, schnell war der Entschluss gereift, dort auch ein Vereinsheim zu bauen. In der Chronik heißt es dazu: Im Oktober 1996 war es dann so weit: die Schützen begannen mit ihrem lang ersehnten Traum, dem Bau eines Schützenhauses. Abbildung 22 v. l. n. r. Heinz Haffner, Horst Schütze, Arnold Prümm und Leo Kesternich Zum Ende des Jahres war man schon so weit fortgeschritten, dass das Richtfest gefeiert werden konnte. Die Fertigstellung wurde dann am 30.05.1997 gefeiert. Zu dieser Feier waren alle Gönner und die, die beim Bau des Schützenhauses geholfen hatten, eingeladen. Besonderer Dank galt an diesem Abend jedoch dem Schützenbruder Arnold Prümm, der durch seinen persönlichen Einsatz dem Verein sehr viel Geld sparen konnte. Zum Ende des Jahres war man schon so weit fortgeschritten, dass das Richtfest gefeiert werden konnte. Die Fertigstellung wurde dann am 30.05.1997 gefeiert. Zu dieser Feier waren alle Gönner und die, die beim Bau des Schützenhauses geholfen hatten, eingeladen. Besonderer Dank galt an diesem Abend jedoch dem Schützenbruder Arnold Prümm, der durch seinen persönlichen Einsatz dem Verein sehr viel Geld sparen konnte. Der Dank galt ihm auch für seine geleistete Arbeit während des Aufbaus der neuen Schützenstange. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Verein nur noch 12 aktive Mitglieder, von denen man sagen muss, die haben sich bestens verstanden. Denn ohne dieses Verständnis hätte der Bau nicht realisiert werden können, da alle Arbeiten in Eigenleistung erstellt wurden. Im Februar 1998 starb Hubert Hermanns im hohen Alter. Er hatte bei den Schützen die erste Zeit nach dem 2. Weltkrieg stark geprägt und schrieb ein wichtiges Kapitel der Vereinsgeschichte. Zudem war er einer der Mitbegründer des Internationalen Verbandes Holland Deutschland. Er wird stets einen besonderen Platz in unserer Mitte haben. Im Januar 2004 stellte sich der Vorsitzende Horst Schütze aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung. Er war zu diesem Zeitpunkt 30 Jahre aktiv im Verein tätig und davon 20 Jahre als erster Vorsitzender. Ihm wurde nach Adam Dovermann und Hubert Hermanns der Titel des Ehrenvorsitzenden verliehen. Zum neuen Vorsitzenden wurde Wilfried Prümm gewählt, der auch schon seit 31 Jahren Mitglied der Gesellschaft war und davon 18 Jahre als 1. Hauptmann fungierte. 2005 stand der nächste Höhepunkt der Gesellschaft an. Udo Schütze wurde erster Kaiser der Gesellschaft. Er schaffte es, 3 mal in Folge Schützenkönig zu werden. Solange es keinem anderen Schützen gelingt, Kaiser zu werden, bleibt Udo Schütze Schützenkaiser der Gesellschaft. Abbildung 23 Die Salmanus Bogenschützen mit ihrem ersten Schützenkaiser Udo Schütze
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